Exzellenter Sommer Tagebuch
Der dritte Tag im Bayrischen Wald ist angebrochen und somit der erste Famulaturtag in unseren Praxen und Kliniken. Nach einer harten Nacht durch viele Mücken konnte unser Auto ein bisschen später aufstehen als die Anderen in Haus Grafenau. Der Kaffee war glücklicherweise schon gekocht und wir haben zusammen gefrühstückt.
Nachdem es für meine Famulaturpartnerin und mich nur 7 Minuten in die Klinik nach Grafenau ging und wir unsere Umkleide und Kleidung gezeigt bekommen haben, ging es für uns los mit der Frühbesprechung, an der alle Ärzte der Inneren Abteilung teilnehmen. Wir wurden freundlich empfangen und direkt in die ZPA geschickt. Da die Innere Medizin in Grafenau hauptsächlich auf Kardiologie spezialisiert ist, kommen relativ viele Patienten mit kardiologischen Problemen in die Aufnahme. An der ersten Patientin durften wir auch direkt eine Anamnese und klinische Untersuchung durchführen. Danach ging es für uns weiter in die Funktionsabteilung, wo wir bei einigen Echos zugucken durften und sogar selbst etwas schallen durften.
Zum Feierabend wurde es dann nochmal etwas aufregend, da das HKL, in dem unsere Umkleide war, schon zu hatte. Nach einigem hin und her sind wir dann aber doch noch an unsere Sachen gekommen.
Am Abend haben einige noch zusammen Sport gemacht und waren Joggen.
Ich war im Kochteam und es gab Curry mit Reis. Einige Andere haben noch unseren Vermieter auf seinem Bauernhof besucht und eine große Schüssel frische Kuhmilch geschenkt bekommen, die wir natürlich auch direkt probieren mussten.
In gemütlicher Runde haben wir den Abend beim Essen ausklingen lassen und fallen alle müde aber zufrieden in unser Bett.
Punkt 6:00 Uhr klingelt mein Wecker und verdutzt realisiere ich nach einigen Minuten, dass ich mich in einem wunderschönen bäuerlichen Haus an einem Waldrand von Viechtach befinde. Die letzten Tage haben Vorfreude auf das gemacht, was wir hier im bayrischen Wald erleben werden und nun nach mehr als 6 Monaten Vorbereitung war es endlich soweit um das erste mal in der früh in unsere hausarztpraxen zu fahren. Bei idyllischem Sonnenlicht dass sich gerade so durch das Wolkennetz seinen weg bahnte und dichten Nebelterassen die sich über die hügelige Landschaft legte, genossen wir erstmals die traumhafte Schönheit des bayrischen Waldes. Nach einer kurzen Vorstellung bei meinem Arzt , Dr. Deml der sich in den nächsten Wochen um mich kümmern wird ging es auch schon direkt los und die ersten Patienten trudelten in das Behandlungszimmer. Direkt durfte ich mein Können in Sonographie, Impfen und klinischer Untersuchung beweisen. Im Rahmen meines Blockpraktikums habe ich zwei Wochen lang erleben dürfen was es heißt Hausarzt in einer großen Stadt zu sein und ich war sehr verwundert wie sehr sich die ländliche Versorgung von der in der Stadt unterscheidet. Dr. Deml nahm sich sehr viel Zeit für seine Patienten und egal ob ein Patient ein dermatologisches oder internistisches Problem mit sich brachte gleich überlegten wir zusammen verschiedene Differentialdiagnosen. Ich war es gar nicht gewohnt dass ein Arzt sich soviel Zeit für seinen Famulanten nahm und sichtlich auch daran Spaß hatte sein Wissen weiterzzugeben. Um 12:00Uhr war die Sprechstunde vorbei und nach einer kurzen Mittagspause machten wir uns auf den Weg zu drei Hausbesuchen. Obwohl die Zeit drängte nahm sich Dr Deml einen Moment um mir den ehemaligen Grenzverlauf und die Wachposten zu Zeiten des Kalten Krieges auf der Tschechien Seite zu zeigen. Am Ende des Tages kann ich sagen, dass ich sowohl medizinisch als auch historisch eine Menge über die Menschen hier gelernt habe und ich mit Zuversicht auf die kommenden 4 Wochen blicke.