Exzellenter Sommer Tagebuch
06:10 – der erste Wecker klingelt. Wie mittlerweile eingeübt, bewegt sich keiner von uns beiden. Als der zweite Wecker klingelt ist mein Zimmergenosse wohl doch schon aufgestanden, ich höre die Dusche. Beim dritten Wecker stehe ich auf – verdammt nur noch eine halbe Stunde bis zur Abfahrt.
In der Küche dann das gewohnte Bild, die einen bereits das blühende Leben – wir anderen, naja…
Der Weg zur Praxis im Nachbarort dauert für mich nur eine Viertelstunde. Allerdings bin ich wie jeden Morgen wegen der Fahrtgemeinschaft schon eine gute halbe Stunde zu früh da. Zeit für eine Folge „Die Diagnose“-Podcast, um mich medizinisch schonmal einzustimmen. Kurz vor acht kommen dann die Mitarbeiterinnen und erste Patient*innen und wenn der Doktor dann um 20 nach acht in der Praxis erscheint, konnte ich mich bereits in Ruhe mit zwei Fällen vertraut machen. Heute sind ein paar spannende Fälle dabei. Es sind jüngere Patient*innen, wo noch nicht die führende Diagnose vorbekannt ist, sondern ich noch etwas knobeln darf: Migräne, Hämorrhoiden, neu aufgetretene Rückenschmerzen nach Autounfall.
Nach dem letzen Patienten um kurz vor zwölf verlasse ich die Praxis. Ich habe noch eine halbe Stunde Zeit bis mich die Kommilitoninnen abholen. Zeit für einen kurzen Mittagsschlaf auf einer sonnigen Bank auf dem Dorfplatz von Hengersberg.
Zuhause angekommen gibt es Mittagessen auf der Terrasse mit Ausblick auf Lallings Hügellandschaft. Heute bleibt sogar noch etwas Zeit für eine Runde Stadt-Land-Vollpfosten. Natürlich werde ich letzter.
Wir brechen zu unserem Nachmittags-Teaching „Nahtkurs“ auf. Nach einer halbe Stunde Fahrt kommen wir in der Aberlandklinik in Zwiesel an. Für uns bereit liegen hier über 40 Schweinefüße, für jeden einen. Chirurgen leiten uns an, erklären und üben mit uns die verschiedenen Techniken. Die Zeit verging wie im Flug und die praktischen Fähigkeiten waren wieder aufgefrischt. Auch wenn das ein oder andere Ekelgefühl und Mitleid dem Schwein gegenüber uns nicht erspart blieben.
Egal, am Abend gab es Schweinsbraten, zumindest für ein paar von uns. Das kann man sich ja nicht entgehen lassen, wenn der Landrat einen einlädt. Nicht nur ein Abendessen, sondern auch eine Runde Kegeln standen auf dem Programm. Wild gemischt mit Ärzt*innen, dem Vertreter vom Landkreis und der lieben Elisabeth wurde in zwei Gruppen gegeneinander angetreten. Leider wieder verloren.
Insgesamt war es trotzdem ein sehr schöner Abend.
Nach der Heimfahrt schaffe ich es gerade noch den Tag für das Tagebuch stichpunktartig festzuhalten und müde von einem anstrengenden aber schönen Tag schlafe ich ein.