Exzellenter Winter Tagebuch
Sonntag, 17.03.2024
Drrrrrrr, drrrrrr es klingelt der Wecker. So langsam realisiere ich, dass die Sonne schon zum Fenster hereinschaut. Aber nein, ich möchte noch nicht herausschauen. Lieber nochmal umdrehen und weiterschlafen. Drrrrrr, drrrrrr. Aber hey! Es steht was Nettes an! Also raus aus den Federn! Ich gehe noch fix ins Bad, mache mich fertig, schnappe mir meine Kameratasche und die Jacke und auf geht’s. Ich humple die Treppe hinunter in die Küche, wo Anna und Caro sich schon bereit machen. Wir sind neugierig, wie es wohl wird: die Einladung von der Regener Regionalmanagerin bekamen wir schon vor 3 Wochen, aber nun ist es so weit. Leider etwas anders als geplant. Ich wäre schon gerne von der Märchenalm auf den Harlachberg hinaufgewandert, um sich dort mit dem Ausblick und einem Frühstück zu belohnen. Aber das war leider nicht drin, mit dem frischen Supinationstrauma… naja, immerhin muss der zweite Teil nicht ausfallen.
Also los. Anna kutschiert die verschlafenen Mädels, wie eigentlich jeden Morgen, mit Musik Richtung Bodenmais. Ach, nur noch 5 Minuten? Aber das letzte Stück hat es in sich – im 2. Gang kriechen wir auf den Harlachberg hinauf. Und da wartet schon Melanie, die Regionalmanagerin, auf dem Parkplatz. Ganz freundlich lächelt sie uns entgegen, als wir aus Annas Auto aussteigen und sie begrüßen. Nach ein paar Schritten kommen wir gemeinsam am Restaurant an, und dort wartet Annas Arzt bereits mit seinem Hund, der einzige Wanderer an diesem Morgen. Ein andern mal sind wir auch wieder dabei. Bestimmt. Der kalte Wind lockt uns nach drinnen, wo ich ganz überwältigt bin von dem reichhaltigen Frühstücksbuffet. Wow! Meine Sorgen, nichts Veganes zu finden waren vollkommen unbegründet! Das ist keine althergebrachte Hütte mit Wurst- und Käseplatte zum Frühstück, sondern ein hübsches Hotelrestaurant (Gutshof) mit mehreren Gebäuden und Frühstücksbuffet. 2 Minuten später kommt auch mein Arzt mit zwei seiner Töchter dazu, worüber ich mich echt freue. Es war nämlich noch nicht sicher gewesen, ob er kommen würde. Nachdem wir nun vollständig sind und einen schönen Tisch mit Blick übers Tal ausgewählt haben – noch bedeckt mystischer Nebel den vollständigen Ausblick, aber man ahnt schon, was sich verbirgt – verschafft sich jeder erstmal einen Überblick über das Buffet und ich decke mich mit der ersten Runde ein. Frisch gebackenes Brot, selbstgemachte Karotten-Kürbis Marmelade, Obst, Hafermilch, Orangensaft. Jeder kommt hier auf seine Kosten, denke ich. Und auch das Gespräch entwickelt sich entspannt, vom einen zum nächsten Thema. Ganz natürlich, als würden wir uns alle schon lange kennen. Studium, die Region, Pläne der nächsten Zeit, der Bergdoktor, Abendaktivitäten, Gesundheitsversorgung in der Region, Natur, Patientenfälle, … wie ein Gespräch unter guten Bekannten eben.
Nach zwei Stunden macht sich so langsam innere Aufbruchstimmung bei mir breit. Aber hey, es gibt auch Sekt? Ein Sektfrühstück geht doch immer. Also cheers!
Draußen noch ein Gruppenfoto mit Blick in die Landschaft – Klick – und dann verabschieden wir uns, vom Ort und voneinander. Bis morgen! Zumindest zu unseren beiden Ärzten. Das war echt schön. Und lecker. Und nett.
Als wir gut gelaunt wieder in Pfaffenzell ankommen, ist ein Teil auf der Achttausender Wanderung, die nächsten am Laufen und eine weitere Gruppe macht sich so langsam auf, um mit den Wamü’s den Lusen hochzuwandern. Bei dem Wetter zieht es fast alle nach draußen, kein Wunder!
Und ich? Hm… eigentlich wollte ich ja mal noch zum Glasdorf nach Arnbruck, Glaskunst scheint hier ja schon was Besonderes zu sein, manchen Gärten und den Ausstellungen in Bodenmais und Arnbruck zu urteilen… warum denn nicht jetzt? Hat jemand Lust, mitzukommen? Ja! Och, ja, warum nicht. Also los! Zu dritt fahren wir kurzer Hand nach Arnbruck. So voll wie der Parkplatz ist, so voll war das Lokal dort, wo man sich aus ca 20 Torten und Gebäck was aussuchen konnte. Aber dafür waren wir ausnahmsweise mal nicht hier. Eher um zu schauen. Und vielleicht was zu kaufen. Aber als erstes haben es uns die Zicklein und Lämmer angetan.
Da wir aber alle drei keinen Garten und Platz für die Glasdeko oder Vasen haben, sind wir mit neuen Eindrücken und etwas Vitamin D wieder zu unserem Ferienhaus zurückgefahren.
Oh, wie habe ich jetzt Lust auf Lasagne! Wie cool, dass von gestern Abend noch etwas übrig geblieben ist! Noch etwas Salat dazu und fertig ist das späte Mittagessen. Wir genießen es zusammen und plaudern und lachen dabei. Kurz darauf kommen auch schon unsere drei motivierten Wanderer von ihrer 17km Tour zurück – gar nicht so erschöpft, wie ich erwartet hatte. Oder so, wie ich es gewesen wäre. Von ihrem Tramping-Erlebnis erzählen sie uns selbstverständlich sofort, und auch vom Einsinken in den Schnee, und der tollen Aussicht natürlich.
Hat noch jemand was für eine weiße Wäsche? Na dann rein damit. Hinten hört man noch jemanden Saugen. Das war wohl auch mal wieder nötig.
Was wollen wir eigentlich heute Abend essen?
Nach ein bisschen lesen, plaudern, snacken fahre ich mit Sophia nach Viechtach zum Gottesdienst. Ein schöner Ausklang vom Sonntag und netter Denkanstoß. Das gemeinsame Singen tut mir jedes Mal gut. Und die freundlichen Blicke ebenfalls. Daheim angekommen – ja, irgendwie ist es tatsächlich mein „daheim“ geworden, über die letzten 3 Wochen – machen wir uns noch eine Brotzeit mit Salat. Erstaunlich, wie lecker und schnell so ein Abendessen sein kann.
Da im Haus weder WLAN noch Handyempfang gut sind, habe ich mir angewöhnt, einen kleinen Abend-/Nachtspaziergang zu machen, um zu telefonieren. Und das mache ich jetzt auch wieder – nun ja, man könnte es auch Nachtverwurzelung nennen, so wenige Meter, wie ich zurückgelegt habe, aber egal. Zumindest der Empfang war gut, und das Gespräch umso schöner.
Müde aber voller Erwartungen, was die letzte (!?!) Woche so bereithält, falle ich heute ins Bett. Einige Gedanken schwirren mir noch durch den Kopf, bis sie sich beruhigen und ich langsam einschlafen kann. So ein netter Sonntag, denke ich noch…